Mittwoch 27.05.2015, 21:00

Where: Basel
Genre: Chillwave | Dream-Pop

Pari San aus Freiburg stehen für gelebte kulturelle Vielfalt. Das 2012 von Paul Brenning und Parissa Eskandari gegründete Dreampop Projekt spielt mit Klanglandschaften und harschen elektronischen Kontrasten. Ihr kontroverser Backround sorgt dabei für spannende, grenzüberschreitende Dialoge.

Bei aller Experimentierfreude bleibt das charismatische Duo aber erstaunlich zugänglich – auch wenn sie hin und wieder unsere Vorstellungskraft herausfordern.

Im Alter von vier Jahren verlässt Parissa aufgrund des Krieges mit ihrer Familie den Iran. Begeistert von Musik bringt sie ihr Musikstudium zu Ende. Ihre eindringliche Stimme schillert zwischen nordischen und persischen Einflüssen und gelangt nicht nur in die Gehörgänge jedes Einzelnen, sondern transportiert Emotionen und trifft tief ins Mark. Sie benutzt ihre Stimme als Folie, als Nähe. Die Texte sind dabei oft sehr feministisch oder politisch motiviert.

Dagegen ist es schwer Uneingeweihten nahe zu bringen was Paul auf der Bühne macht.

Schon seit über 10 Jahren steht Paul mit diversen Projekten erfolgreich als Beatboxer auf der Bühne. Während seines Studiums der Mikrosystemtechnik fängt er an den Computer zur Klangerzeugung und Tonentfremdung zu verwenden. Mehr als einfach nur Sounddesigner und Beatboxer ist er ein Wanderer der Welten zwischen Geräuschillustration und Aktionskunst.

Auf der EP Thalamus gelingt der seltene Spagat zwischen reduzierter elektronischer Versuchsanordnung und freiem Fall. Gemeinsam modellieren sich diese zwei Welten aus Stimmen, Tönen, Melodien und Beats, ein Teppichgeflecht, bei dem die Muster ein wenig durcheinander scheinen. Daraus ergeben sich echte Ohröffner, die sich durch Detailreichtum, Organik, Beatboxdesign und einzigartigen Gesang auszeichnen. Die Stücke bestehen zunehmend aus Melodieloop-Fragmenten, die sich mit Phasen von Soundeffeckten abwechseln, und haben bezeichnend düstere Titel.

Eine eigentümliche spirituelle Stimmung kommt auf, Rückwärtsbotschaften gepaart mit Beatbox Loops, Soundmanipulationen und eingängigen Hooks geben einer ungeahnten Ästhetik freien Lauf.