Mittwoch 28.08.2013, 21:00

Where: Kaserne
Genre: Theater

«Conan der Zerstörer» ist der zweite Teil einer Auseinandersetzung mit Desorientierung, Kapitalismus und Aufbegehren. In einer ersten Version zeigte «Conan der Barbar» die unerfüllte Suche des Westeuropäers nach individuellem Glück und sinnstiftender Existenz. «Conan der Zerstörer» ist aber der Flirt der Hauptfigur mit der Ideologie. Conan ist nun nicht mehr unglücklich und einsam. Im Gegenteil, er ist von allem Schmerz befreit, da er im Laufe des Abends auf etwas gestossen wird, das ihm ein Leben ohne Angst, Widerspruch und Sinnentziehungen zu ermöglichen scheint: Er wird Faschist.
Ganz im Zeichen einer gebrochenen Affirmation bauen SKART ein Format aus Lesung, Vortrag und Late-Night-Talkshow, das mit gebrochener Rotzlöffelei genauso zu punkten weiss wie mit gar klassischen Schauspieleinlagen und/oder totalitärer Zwanglosigkeit. Dabei ermöglichen SKART die Hinterfragung von Neokonservatismus, Biedermeier-Relaunch und Einfamilienhauseskapismen. Der an Conan gerichtete Tenor der Inszenierung: Bevor du Spiesser wirst, werde doch gleich Rechtsradikal!

SKART sind Philipp Karau und Mark Schröppel, die sich im Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Giessen kennengelernt haben. SKART-Stücke sind irritierend-herausfordernde Bilder- und Textreigen, die sich sowohl an tradierten Klischees, als auch am kollektiven, (pop-)kulturellen Gedächtnis abarbeiten um gängige Sehgewohnheiten zu hinterfragen. Ihrer Ästhetik ist ein gebrochener und lustvoller Rock ‘n‘ Roll-Habitus inhärent, der von Jugendkulturen genauso beeinflusst ist, wie von den historischen Avantgarden und der Pop Art.
Von und mit: Philipp Karau, Mark Schröppel, Charles Toulouse, Anna Henschel, Steffi Kayss

Eine Koproduktion mit Treibstoff 2013 und Kampnagel Hamburg.
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg und der Hamburgischen Kulturstiftung