Donnerstag 11.10.2012, 19:00

Where: Basel
Genre: Art | exhibition

Die Kunstausstellung mit Arbeiten von Jay Rechsteiner, Tarek Abu Hageb und EddiE haRA findet vom 15.09. – 04.10.2012, in der High Voltage, Zelle 40, Markthalle Basel, statt. How to Make a Monster zeigt, was ein heutiges Monster sein kann und wo dessen Ursprünge und Abgründe verborgen liegen können.

Nachdem die Ausstellung um eine Woche verlängert wurde, ist nun jeder herzlich eingeladen zur Finissage mit Film.

About

Was verstehen wir heute eigentlich unter “Monster”?
Die körperlich andersartigen – und deshalb erkennbaren – Monster  werden heute in die Kultur aufgenommen: Kinder lernen Monster in Zeichentrickfilmen kennen; Drachen und Fabelwesen bevölkern Werbung, Comics und Jugendliteratur; Vampire leben in unzähligen Jugendbüchern, Filmen und TV-Serien unter Menschen. So werden Monster freundschaftlich in die Gesellschaft integriert– ihre Monstrosität kommt dabei abhanden.
Während also die physischen Monster einen Platz innerhalb der Kultur finden, gewinnt die metaphorische Bezeichnung ‚Monster’ an Bedeutung und wird auf moralisches Verhalten der Menschen angewandt. Einem als Monster bezeichneten Menschen werden unmenschliche Eigenschaften zugeordnet, oder sogar die Menschlichkeit ganz abgesprochen.

Monster im metaphorischen Sinn sind medial omnipräsent: In Familiendramen wie erweitertem Suizid oder Missbrauchsfällen wie dem Kampusch-Fall oder Josef Fritzl werden die Täter als Monster bezeichnet. Dies allerdings erst im Nachhinein, beteuern doch Nachbarn und Angehörige oft, dass diese Menschen immer so normal und glücklich gewirkt hätten. Das Entsetzen, dass hinter einem normalen Äusseren ein solcher Abgrund herrschen kann, könnte grösser nicht sein. Das Monster, das nicht auf den ersten Blick als solches wahrgenommen wird, ist das bedrohlichste.
Das physische Monster wird also vermenschlicht und der Mensch metaphorisch vermonstert.

Das Ziel von How to Make a Monster ist, Facetten des Begriffs ‚Monster’ (metaphorisch und physisch) für Besucher wahrnehm- und sichtbar zu machen. Zeitgemäss widmen wir uns einer sozialen, moralisch-ethischen und politischen Grauzone. Die bildende Kunst ist das geeignete Medium, diese Grauzone aufzudecken und Missstände sichtbar zu machen. Die bildende Kunst kann Dinge nicht nur darstellen und Wirklichkeit abbilden, wie etwa die Fotografie; sie kann auch analysieren und kommentieren und so abstrahieren. Durch die Abstraktion der Kunst kann die Thematik zugänglicher gemacht werden.

How to Make a Monster ist eine Gruppenausstellung mit Malerei, Installationen und Skulpturen. Die drei ausstellenden Künstler greifen für ihre Arbeiten zurück auf Stereotypen, bestehendes Medienmaterial, und festgefahrene Gesellschaftsstrukturen und Denkmuster. Dabei geht es darum, Bestehendes vom ursprünglichen Kontext zu lösen oder in einen gänzlich anderen Kontext zu setzen. Dabei haben alle drei unterschiedliche Hintergründe und Herangehensweisen an die Thematik: Jay Rechsteiner arbeitet aus seiner eigenen Biografie und geht die Thematik zudem medial an. Die Arbeiten von Tarek Abu Hageb, der islamisch-christliche Wurzeln hat, beschäftigen sich mit politischen und religiösen Aspekten. Eddie Haras Malerei mutet ein wenig wie eine Traumwelt an; seine traditionell indonesisch inspirierten Monster sind eigentlich verspielte,  aber nicht gänzlich harmlose Monsterchen.