Reviews

Genre: Folk | Psychedelic | Punk | Rock

Die zwei Jungs von Foxygen hauen nach knapp zwei Jahren und 5 Monaten Heimarbeit ihr zwölftes (!), sehr psychiges Album raus. Prädikat: schwer einzuordnen.

Ohne Titel
 
Was für eine Platte: Doppelalbum, riesiges Staraufgebot (The Flaming Lips, MGMT, of Montreal, White Fence, Bleached, u.a.), aufgenommen in nur 5 Monaten Heimarbeit und mit mindestens sovielen Genres schmückbar (die selbsternannte Punkband beschreibt das so: psych-ward folk, cartoon fantasia, soft-rock indulgences, D&D doomrock and paranoid bathroom rompers.), obendrauf noch eine gute Dosis psychedelica… there you go: …and Star Power sei Willkommen! Die neue Foxygen haut aus den Socken, aber wohl am wenigsten die Anhänger ihrer Hoch-gehypten Vorgängerplatte We Are The 21st Century Ambassadors of Peace & Magic.
Das Doppelalbum ist in vier Sektionen aufgeteilt, diese kommen Genre-mässig höchst divers daher und sind in sich genauso inhomogen wie das ganze Album. Die einzige Konstante im ganzen Album ist wohl das überall durchschimmernde 60ies Flair sowie die Lo-Fi Qualität der Aufnahmen. Die cheape Qualität der Aufnahmen lässt sich wohl dadurch begründen, dass viele der Songs in dem Band eigenen Studio ‚Dream Star‘ aufgenommen wurde. Dieses befindet sich in einer Garage und ist auch dementsprechend bestückt. Das fehlen von fix gebuchten Studiozeiten und somit auch Gelddruck erklärt wohl die Länge des Albums. Die 82 Minuten aufgeteilt in 24 Tracks sind im heutigen Musikbusiness auf jeden Fall nicht Standard, was auch dazu führt das der Reviewer unmöglich alle Songs besprechen kann. Zwei psych-Rosinchen seien hier trotzdem mal rausgepickt. Da wird zum Beispiel “Drone-power” von von Lo-Fi Punk abgelöst (“Cold Winter/Freedom”) bevors mit Psychedelic-Folk weitergeht, der noch im selben Song von völlig überdrehtem Rumpelrock eingeholt und förmlich überstampft wird (“Can’t Contextualize My Mind”). Andernorts folgen ruhige baladeske Schmachtstücke über die Liebe auf noisigen Rumpelrock mit vielen weirden background-Geräuschen der sich sofort wieder in psychedelisches Ambiente à la The Doors mit Hammond-Orgeln verzieht um anschliessend im 60ies Rock zu enden (“Cosmic Vibrations”).

Diese Achterbahn der Stilrichtungen und Gefühle zieht sich durch das ganze Album hindurch – konsequent inkonsequent sozusagen. Es scheint so als ob sich die beiden Jungs aus San Francisco nochmal so richtig austoben wollten bevor sie ihrem Hype und dem Aufstieg in den Indie-Himmel gerecht werden wollen. Wobei – das nächste Album soll schon 2015 folgen und als Orchester-Werk einzustufen zu sein. (COH)

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