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Genre: Concert

Sie sind berühmt für ihre energiegeladenen Bühnenshows. Das Spin Magazin kürte sie 2006 zur besten Live-Band weltweit. Die Rede ist von The Hives. Fünf gut gekleidete Schweden, die eben vor allem fürs Auge etwas bieten, mit ihrer Show begeistern und es verstehen zu unterhalten. Davon durften sich die Besucher eines prall gefüllten Marktplatzes in Lörrach vergangenes Wochenende überzeugen. Dabei scheint beim Auftritt von Anfang bis Ende alles minutiös geplant zu sein. Selbst die wendigen, umherhuschenden Ninjas sind kunstvoll in die Show integriert. Dabei sind sie primär damit beschäftigt, das ständige Kabelwirrwarr von Sänger Pelle Almqvist in Ordnung zu bringen. Durch dessen temporeiche Action, den typischen Luftsprüngen und Mikro-Akrobatiken eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Daneben sorgen die schwarz eingehüllte Ninjas für eine stimmige Bühne oder unterstützen die Band musikalisch mit Rassel oder Percussion. Kleine Alleskönner. Und stets im Hintergrund agierend. Mehr geht auch nicht, denn vor allem wenn die zwei Aktivsten der Band, Frontmann Pelle Almqvist und Gitarrist Nicholaus Arsons, mit ihrem vollem Körpereinsatz wie wild über die Bühne fegen kommt man alleine schon als Zuschauer kaum noch nach.

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Musikalisch im Garage Punkrock angesiedelt bieten The Hives einfachen, glatten Sound. Nichts ausgeklügeltes. In erster Line geht es um Spass und gute Laune und so sucht Almqvist auch immer wieder Kontakt zum Publikum. Sei es über verbale Kommunikation – oder – hautnah. So kommen einige höherschlagende Frauen- oder auch Männerherzen auf ihre Kosten. Während an einem Ende leuchtend blaue Augen die Zuschauer durchdringen und ins Mikro gejault wird, werden am anderen Ende mit weit aufgerissenen Augen wirre Grimassen in Richtung Publikum gezogen. Deutlich zurückhaltender agieren der stämmige Gitarrist Vigilante Carlström und Basisst Dr. Matt Destruction. Ganz klar, die Band spielt nicht für sich. Sie spielt für ihr Publikum. Und das kommt an. Genau damit konnte bereits das Eröffner-Trio Triggerfinger punkten. Der charismatische Frontmann Ruben Block, ist mal wieder Beweis dafür ist, dass man(n) auch noch mit – oder gerade wegen? – weisser Haarpracht unglaublich sexy wirken kann. Vor allem steckt eine ziemliche Power in diesem Mann. So wird bereits mit der Vorband ein anspruchsvolles Niveau vorgelegt. Ebenfalls allesamt sehr stylish gekleidet, selbst der Roadie, ein Hingucker. Ob das wohl an beider Bands Heimatland Schweden liegt? Der wie ein dezenter Bodyguard wirkende Bassist, der in aller Gelassenheit seinen Bass zupft, scheint dabei der ruhige Gegenpol vom Drummer zu sein, der indes auf sein Kit eindräscht als gäbe es kein Morgen mehr. Gut hält der Bodyguard für diesen schweisstreibenden Act einen Ventilator bereit, während Ruben Block mit seiner Gitarre umherturnt.

Dieser energiegeladene Vorgeschmack von Triggerfinger lässt ein gut aufgeheiztes Publikum zurück. Und eine hohe Erwartungshaltung an die Headliner. Und diese enttäuschen nicht.
Das Publikum ist Feuer und Flamme, geht mit und vor allem in den vorderen Reihen geht ordentlich die Post ab. Wer seinen Platz hier gefunden hat, muss zwangsläufig mitziehen bzw. mipogen. Ansonsten wird es eine Herausforderung das eigene Gleichgewicht zu halten. Die Gruppendynamik zieht sich gegen Konzertende sogar bis in die weit hinten gelegenen Reihen, so dass irgendwann der ganze Marktplatz bebt.
The Hives sind definitiv Entertainer auf hohem Niveau. Wer Gelegenheit hat sie live zu sehen, sollte das auf jeden Fall tun. Langeweile ausgeschlossen! MEL


BILDER VOM KONZERT

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REINHÖREN

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