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Genre: Chillwave | Folk

Ein Ausnahmemusiker kehrt in die Welt der Musik zurück. Sechs Jahre nach „Modern Guilt“ erblickt sein neustes Werk „Morning Phase“ das Tageslicht. Zählt man die unzähligen Produktionen und Kollaborationen nicht mit, hat der 43 jährige bisher Elf Alben veröffentlicht. Die Rede ist von Bek David Campbell, besser bekannt als Beck, welcher mit seinen ironischen Texten und experimentellen Genrevermischungen Aufsehen erregte. Der starke Kontrast zwischen Anti-Folk, Hip Hop, Country und Electro zeigt, dass es möglich ist Häuser aus Lego- und Duplossteinen zu errichten, ohne dass diese in sich zerfallen. Genau diese Bauten, bei welchen man die Unterschiede sehen kann, machen die Architektur seiner Alben aus.

„Morning Phase“ spricht eine ganz andere Sprache. Es scheint, als wäre das Konstrukt seiner Bauten abgeschliffen worden. Folk, Blues, Country und Pop durchziehen das Album. Persönliche Texte werden geschrieben, Gitarre, Schlagzeug, Piano und Bass dominieren das Album. Abgerundet werden sie durch die Streicher, welche in „Cycle“ als Opener alleine und auch immer wieder in den Songs auftreten. Beck ist in sich gegangen und erzählt mit „Morning Phase“ passend zum Titel einen Zustand, der sich kontinuierlich durch die 12 Songs zieht. Es ist ein Gesamtwerk, welches nicht durch einzelne Lieder besticht und deshalb dazu verleitet, die Musik passiv zu hören. Er reduziert sich so sehr, dass die Spannung zuzuhören rasch nachlässt. Dennoch ein perfektes Album, um zu lauschen, abzuschalten und über die wichtigen Dinge des Lebens nachzudenken. (Christian Büttiker)

HÖRPROBEN

ALBUMSTREAM “MORNING PHASE”