Reviews

Genre: Alternative | Rock

Wer mit der Musik der Riot Grrrls gross geworden ist, der wird sich vermutlich bereits beim ersten Stück an den typischen Style der Olympia Girlbands erinnert fühlen. “Unfucktheworld” beginnt mit einem einfachen, gediegenen Gitarrengeschrabbel, gefolgt von einer sanften und doch starken Stimme, deren Bann man sich nur schwer entziehen kann. Offensiver und mit kraftvoll stoischen untermauernden Drums geht es mit dem nächsten Stück “Forgiven/Forgotten” daher. Hier werden wir von solch leidenschaftlichem Gesang überströmt, das man nicht anders kann als sich emotional hinzugeben und sich mittreiben zu lassen. Erinnerungen an die alten Sleater Kinney könnten bei dem ein oder anderen durchaus geweckt werden. Dabei klingen Olsens Lieder kunstvoll und bestechen vor allem durch ihre ausdruckstarke Stimme, die bei Stücken wie “Enemy” eindringlich und in ihrer pursten Form in den Fokus gesetzt wird. Lediglich zarte Klänge einer Akustik Gitarre unterstreichen den Song. Immer wieder bemerkenswert mit welch einfachen Mitteln man diese Power freisetzen kann.
Eine gewisse Ambivalenz tragen die Lieder. Von Herzschmerz und Destruktivität durchzogen klingen sie doch nie düster. Zu schmeichelnd die Stimme, zu schön die Melodien. Das möchte man gerne noch länger geniessen.
Leider beehrt uns Angel Olsen während Ihrer laufenden Tour nicht mit einem Besuch in die Schweiz. Wer sie dennoch live erleben möchte, dem steht zumindest die Chance offen, dies in einem unserer angrenzenden Nachbarländer zu tun. (MEL)

LIVE

26.03.14, Angel Olsen, Le Divan du Monde, Paris
28.03.14, Angel Olsen, King George, Köln
29.03.14, Angel Olsen, HAU1, Berlin

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