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Genre: Rock | Singer Songwriter

Der Zürcher Papiesaal war ziemlich gefüllt und die lauschigen Sofas waren, natürlich schon lange bevor der Anti-Folker Adam Green auf die Bühne kam, vergeben.
Der aus einem kleinen Dörfchen aus der Nähe von New York City stammende Musiker trat mit einer Seemannmütze, Schlaghosen und Rüschenhemd mit dazugehörigem Gilet auf die Bühne und eröffnete sein Showcase mit seinem Song “Bluebird“. Dazu gab es natürlich auch sofort seine schönen – wenn auch sehr skurril anmutenden – Tanzeinlagen mit der songabschliessenden Aussage, dass er sich sehr wohl fühle in Zürich und denke er sei schon ein echter „Süriker“.

Mit Green auf der Bühne war lediglich der Gitarrist mit dem er schon zu seinen Moldy Peaches-Zeiten aufgetreten ist und den ihn nun bei seinem Herumgehampel auf der Bühne wieder begleitet.
Green, der augenscheinlich schon ziemlich blau war und nach eigener Aussage den ganzen Tag nur Pastis getrunken hat, unterhält das Publikum während den kurzen Pausen zwischen den Songs ganz schön; er verteilt High-Fives, erfindet eine neue Schweizer Nationalhymne und rührt kräftig die Werbetrommel für die Finanzierung seines zweiten Films Aladdin via Kickstarter.
Wem also Greens Debut als Regisseur in The Wrong Ferrari gefallen hat, der soll doch auf den Link zu Kickstarter drücken und dem jungen Regie-Talent (oder gar Regie-Genius?) den einen oder anderen Franken spenden. Genius steht deshalb in Klammern, da man sich bei Greens Kunst wie auch seiner Performance auf der Bühne nie ganz sicher ist, ob er sich da einen Scherz des schlechten Geschmacks erlaubt oder ob er einfach sein Genie, was ja bekanntlich nie weit vom Wahnsinn entfernt ist, auf eine unglaublich ironische Weise ausdrückt.

Egal wie man es nimmt, die Darbietungen Greens sind immer von höchstem Unterhaltungswert und eben manchmal auch Urkomisch. Dass er dabei eine Menge Talent besitzt, bewies er spätestens jedem nachdem er aus dem Publikum Song-Wünsche entgegen nahm aus seinem bereits ziemlich umfangreichen Repertoire und diese einwandfrei alleine und mit Gitarre zum besten geben konnte. Während diesem Wunschkonzert gab es immer wieder perfekt in sich stimmende Momente, wie zum Beispiel als Green den Stecker aus der Gitarre zog und ganz ohne Mikro sich zuvorderst auf die Bühne stellte und dem Publikum “No Legs“ direkt und unverstärkt ins Ohr hauchte.

Als Zugabe brachte Green, dann doch noch seinen viel gewünschten – doch von ihm stets ganz zufällig überhörten – Überhit “Jessica“ und legte mit “Breaking Locks“ gleich noch einen drauf. Doch Green wäre natürlich nicht Green, wenn ihm das schon genug wäre, denn er kam nach der Zugabe noch einmal auf die Bühne und spielte das wunderschöne “Dance With Me“, was zu einem absolut versöhnlichen Abschluss führte, bevor er sich an die Bar verabschiedete, um ein paar Pastis nachzulegen.