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Genre: Hip Hop | Rap

Nehmen diese komischen jungen Leute etwa Drogen? Gustav Grinser und Mr Happy beantworten diese Frage auf ihrem neuen Werk “Mühleberg” ziemlich klar. Inoffizielles Motto der CD ist nämlich: „Mühleberg schliesst, wir strahlen noch immer.“ Auf der (leider) nur vier Songs starken EP beschreiben sie rappend eine Partynacht. Pillen spicken, stoned nach Hause fahren, Kater und Depressionen am nächsten Morgen inklusive.
Die Drogen, als zentrales Thema der EP, werden im Verlauf von Mühleberg keineswegs übertrieben positiv dargestellt. Zwar erzählen die MC’s auf “Schuub” begeistert vom Gefühl high zu sein und den lauten Bässen einer Technoparty, leich danach im „Takka Tukka Land“ finden sich Mr. Happy & Gustav Grinser aber in einer psychotischen und zum Ende im “Sumpf” in einer bereuenden, tief depressiven Phase wieder.
Auf „Mühleberg“ machen die beiden dass, was man eigentlich von Rap erwarten sollte: Sie nutzen ihre Musik um die dreckigen, ungeschnittenen Geschichten ihrer Generation festzuhalten. Die CD erscheint als authentisches Dokument aus den Leben der Rapper, obwohl diese sich damit nicht darstellen. Wohl um tabulos und selbstkritisch berichten zu können verschleiern Grinser und Happy ihre wahre Identität. Beide sind zwar seit langem in der Basler Rap-Szene präsent, zeigen auf dem Cover aber nur ihren Hinterkopf und schauen – wie beschämt – nach innen.
Während die Raps auf Mühleberg sich je nach Track in ihrer Qualität unterscheiden, sind die Beats, welche allesamt von Meister Lampe produziert wurden, das durchgehende, geniale Element der EP. Wie wenige andere versteht er sich auf “Mühleberg” darauf, die Stimmungen der einzelnen Songs in seinen Beats wiederzugeben und versieht seine Tracks mit viel Dichte und einem unglaublichen Abwechslungsreichtum.
Ob man die Storys hinter Mühleberg versteht hängt wohl auch stark vom eigenen Drogenkonsum ab. Wer sich aber nachts in Clubs bewegt oder selber Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen gemacht hat, findet auf dieser EP sicher bekannte Situationen. (Nicolas Saameli)