Pop

Z7 | Pratteln
Freitag 10 | 12 | 2010 h 20:00

Die Erste Allgemeine Verunsicherung gehört unumstritten zu den Bands mit dem besten Wortwitz des deutschen Sprachraumes. Wer die EAV jedoch nur in der Klamauk-Ecke sieht, tut ihr unrecht, denn hinter ihren unterhaltsamen Hits verbergen sich kritische Untertöne, die sich mit Themen wie Atomkraft, Kirchenkritik oder Rechtsextremismus auseinander setzen.
Ende der Siebziger begann die EAV als Rock-Comix-Band und feierte erste Erfolge in der alternativen Clubszene Deutschlands. Mit dem fünften Album „Geld oder Leben!“ (1985) gelang schliesslich der Durchbruch im kompletten deutschsprachigen Raum. In den Folgejahren lieferte die EAV reihenweise Hits ab, inszenierte ihre Liveauftritte als aufwendiges Rocktheater mit Kostümen, Kulissen und riesigen Bühnenaufbauten und bekam 1991 sogar den „World Music Award“ verliehen.
„Neue Helden braucht das Land“ ist der Titelsong der neuen CD: „Neue Helden braucht das Land, mit den Köpfen tief im Sand und hast du grad ein Karriere-Loch, werde Szene-Tussi oder Fernsehkoch. Neue Helden braucht das Land, mit Goethe sind sie kaum verwandt. Bussi, Bussi, Ciao vom Trottel-TV und am anderen Kanal sucht ein Bauer seine Sau“. Laut schreien will man bei diesen Zeilen: Na endlich, Gott sei Dank! Bitte weitersingen und auch das Lied über die „Dummheit“ nicht vergessen oder „Bitte Bier“. Die Krise ist da und eigentlich haben wir sie auch alle irgendwie verdient, denn so ganz unschuldig waren wir nicht in unserer kommunalen Sucht nach mehr. Im Song „Wie schön“ rät die EAV dem lieben Gott, sich zu überlegen den sechsten Schöpfungstag möglicherweise nicht doch zu streichen. Dem Eisbären, dem in der Arktis die Scholle unter seinem pelzigen Hintern davon schmilzt, dem dürfte dieser Vorschlag sympathisch sein.