by Fingerzeig

Neuland

Ein wenig spät, dafür entspannt und redefreudig öffnet mir Andrea an diesem Nachmittag die Türe, um mit mir über die Erweiterung der Cafebar Salon an der Sperrstrasse zu plaudern. Ihr Telefon klingelt, während sie mir den neuen Bereich zeigt, der noch im Umbau begriffen ist, hastig isst sie zwei drei Bissen von ihrem Sandwich – die Rolle der Geschäftsführerin steht ihr.

Fährt man am Wochenende an der Bar vorbei, ist sie oft gut gefüllt. Obwohl es sich um eine jungen Betrieb handelt, gehört sie bereits jetzt fest zu der Basler Gastrolandschaft. Gründe dafür sind schnell gefunden, ein gut sortiertes Getränkeangebot, freundliche Bedingung und das vegane Foodkonzept. Das Gefühl, zu Hause zu sein stellt sich auch unglaublich schnell ein. Andrea gesteht, dass viel von ihrer Familie in der Bar steht, sowie ein grosser Teil ihrer eigenen Wohnungseinrichtung.

Hinter der Erweiterung der Cafebar Salon mit dem Salon Rouge am 18. August steckt nicht bloss wirtschaftliches Kalkül. Vielmehr ist die alte gewerblich genutzte Wohnung, die durch die Bar und einen Seiteneingang erreichbar ist, die ideale Lösung, um Lärmklagen und genervten Nachbarn zu entgehen. Jeder, der schon einmal versucht hat seine Freunde auf dem eigenen Balkon zu mehr Ruhe zu bewegen, kann sich vorstellen wie schwierig dies in einer Bar  ist.

Die Raumerweiterung ist ein willkommener Grund für Andrea, ihr Flair für Einrichtung und dekorativen Kitsch weiter zu etablieren. Rote Wände, äusserst passend zu der Vorgeschichte der guten Stube, mexikanisch angehauchter Wandschmuck, die Bar im ehemaligen Badezimmer und Ohrensessel: Ein Mischung aus dem Wunschtraum leicht verruchter Töchter für den elterlichen Partykeller gemischt mit dem Stil einer Kosmopolitin. Zur Eröffnung des Salon Rouge gibt es eine stilechte Nacht: Goodnight Circus und das Ostkost Dj-Kollektiv bringen Gypsy, Trash und Charleston. Der Dresscode ist dementsprechend: Circus, Freak, Swinging 20s. Ohne gibt’s keinen Einlass.

Weil Feste Spass machen, doppelt der Salon am Wochenende vom 23.- 25. August gleich mit einem Festival nach. Das Programm umfasst Singer/ Songwriter am Donnerstag, Freitags gibt’s Elektro und Samstags Pop und Balkan.  “Die Räume des Salons sind scheinen zwar klein, aber wir haben ziemlich viel Platz”, meint Andrea.

Ich frage sie , wo sie sich selbst in zehn Jahren sieht. Nach einem herzhaften Lachen erklärt Andrea mir, dass sie das selbst nicht so ganz wisse, aber stellt  in Frage, ob sie die Bar dann selbst noch führen wird. Nachfolger zu finden dürfte sich allerdings nicht weiter schwierig gestalten.