Dienstag 12.12.2017, 20:00

Where: basel kaserne
Genre: Performance | Tanz

In einer Zusammenarbeit der beiden Choreografen Kiriakos Hadjiioannou und Fabrice Mazliah mit einem der wichtigsten Ensembles für Neue Musik, dem Ensemble Neue Musik aus Frankfurt, entsteht eine choreografische Neuvertonung des Briefromans von Hölderlin, die das historische Werk in die heutige Zeit von Desillusionierung, Rebellion und Eskapismus überführt. Hölderlins frühromantische Figur des Hyperion schwankt in seiner Sehnsucht für eine vollendete Welt zwischen manisch-depressiven und halluzinatorisch-euphorischen Zuständen. Hyperions Versuche harmonischer Vereinigung zwischen Kunst und dem Schönen, den Göttern, der Natur, Liebe und Revolution sind zum Scheitern verurteilt – das Werk Hölderlins steht für ein widersprüchliches und schliesslich enttäuschendes Projekt der Moderne. Der müde Hyperion zieht sich zurück in die Natur, als Eremit auf eine griechische Insel, um von dort aus seinen Briefroman zu schreiben. Sein philhellenischer Gestus, mit der griechischen Antike als Ideal, wirft Fragen über die Konstruktion des westlichen Erbes und seine Sackgassen auf. Vor dem Hintergrund des in den Ruinen der Wirtschaftskrise sich befindenden Griechenlands, klingen Hyperions Lobhymnen heute fast schon ironisch und überholt. Hadjioannou, Mazliah und das Ensemble Modern gehen gemeinsam diesen Widersprüchen nach und entwerfen eine choreografische Vision von Hyperions Lobgesang.

Kiriakos Hadjiioannou erhält den June Johnson Prize 2017 vom Bundesamt für Kultur (BAK) für «Hyperion / Higher States, Part 2».