Sonntag 22.10.2017, 21:30

Where: basel kaserne
Genre: Theater

Ein Gespenst geht um in Europa: die Angst vor der Armut. Obwohl die Bedrohung zu verarmen in gewissen Staaten realer ist als anderswo, prägt sie das politische Klima und die medialen Diskurse und sie belastet das Verhältnis zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. Die Schweiz hält sich als zögerliche Witzfigur mit zweifelhaftem Charisma abseits – ängstlich, aber finanziell erfolgreich.
Die griechisch-schweizerische Kollaboration «Money Piece I (Comedy)» entstand als intensive Gruppenarbeit in Athen und Basel. Das Stück untersucht die Kombination von Humor als Stilmittel und Geld als Thema. Wie schlägt sich die zunehmende Ökonomisierung des westlichen Alltags im Denken und Verhalten der Menschen und in ihren Biografien nieder? Die Performer_innen treten in einer Doppelrolle auf: sie sind Entertainer_innen und zugleich Träger_innen ihrer eigenen Biografien. Sie haben Abschnitte ihres Lebens in der Schweiz, Griechenland, Amerika, Deutschland und Spanien verbracht und spüren den Erfahrungen in diesen verschiedenen, ökonomischen Umfeldern nach. Sie arbeiten mit ihrem „Sparhintergrund“, ihren „Geld-Biografien“, mit ihrer sozialen Herkunft und mit den persönlichen Entscheidungen, die sie bezüglich Einkommenschancen getroffen haben. Und sie gehen der Frage nach, welche Spuren ihr Verhältnis zu Geld in ihrem Körper hinterlassen hat. Vor einer weissen Leinwand experimentieren sie mit historischen und zeitgenössischen Stilmitteln, die Krisenzeiten immer begleitet haben: Komödie, Satire, dokumentarische Kunst und Community Arts.

Marcel Schwald studierte Performance und Regie an der HdK Utrecht und Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen. Seine Stückentwicklungen, Konzept- und Regiearbeiten wurden bisher u.a. an der Kaserne Basel, Theater Basel, Gessnerallee Zürich, Schauspielhaus Zürich, KonzertTheaterBern, Südpol Luzern, in Deutschland, Holland und China gezeigt. 2012/13 war er Hausautor am KonzertTheaterBern. 2014 erhielt Marcel Schwald den Schweizer Tanzpreis “Kulturerbe Tanz” vom BAK.