Samstag 06.12.2014, 21:00

Where: Basel
Genre: Folk | Pop | Rock

Eric Linder will wieder Polar sein – und kommt nach vielen Jahren mit seinem neuen Werk wieder ins Parterre.
„Empress“ darf man als schöpferischer Querschnitt von Polars bisherigem Output betrachten, sozusagen als eine Summierung seiner Schaffenskapitel. Wieder auf Englisch singend, entleiht sich Linder darauf aus dem Pop die Melodiösität, aus dem Rock die Intensität, aus dem Folk die Bodenständigkeit.


 

Fünf Jahre sind vergangen seit „French Songs“, seinem zweiten auf Französisch gesungenen und über ein Major-Label veröffentlichten Album. Teil einer grossen Plattenfirma zu sein, stellte sich für den Genfer Künstler nicht wirklich als Segen heraus. Vielmehr bezeichnet Linder die Major-Zeit
rückblickend als: „einen stetigen Kampf, die künstlerische Kontrolle zu behalten.“ Die Konsequenz daraus: Nach 2009 verordnete er seinem Alter Ego Polar eine Auszeit.

In den kommenden Jahren sollte sich Linder anderen Herausforderungen annehmen. Neben der kompositorischen Arbeit für diverse zeitgenössische Tanzprojekte rief er 2011 das Festival Antigel ins Leben. Linder amtet heute bei dieser jährlich an verschiedenen Orten im Kanton Genf stattfindenden
Musik- und Tanzveranstaltung als Direktor und Programmator.

Während sich der Romand vorgängig den neuen Aufgaben hingab, lief in seinem Hintergrund ein Prozess: Linder wollte sich Polar wieder annähern, sich mit ihm wieder befreunden, wieder den Spass und die Eingebung finden, sein Projekt adäquat weiterzuführen. Ein Projekt, das er mit drei auf Englisch gesungenen Folk-Alben startete, die intim und atmosphärisch klangen, mit jedem auch zunehmend elektronischer. Danach folgten die besagten beiden Platten auf Französisch; sie kamen weitaus extrovertierter daher, setzten verstärkt auf fliessende Melodien und gefällige Arrangements.

Eine schöne Momentaufnahme des neuen Polar ist die Single „Pray For Me“. Hier findet man zuerst die Gesetztheit des Folks vor, bis ein schwelgerisch-luftiges Klavier Linders angeraute Stimme zu begleiten beginnt. Später wühlt sich der Song mit Streichern und brummender Elektronik auf, um neu anzusetzen. Ein bittersüss-anmutiger Song, der am Ende der 4:59 Minuten Pop, aber eben Linders eigenwillige Ansicht von Pop aushallen lässt. Wie in „Pray For Me“ tragen auch die weiteren Songs von „Empress“ – zur Entstehung beigetragen haben dabei massgeblich die Multi-Instrumentalisten Alexis Trembley, Michel Blanc und Moudja Bouzouzou – die Reife und Gewandtheit eines erfahrenen Künstlers in sich. Geschrieben hat der Sohn eines Deutschschweizers und einer Irin die Stücke in Irland. Über zwei Jahre liess Linder seine Musik gedeihen. Ohne Druck, ohne formale Zwänge. Dann nahm er die Songs in einem historischen Ballsaal in Walliser Bergdorf Le Châble auf. „Empress“ fügte sich dort Stück für Stück zu einem Album zusammen. Ein Album, das Eric Linder endlich wieder Polar sein lässt.

Line-Up:
Polar
Alexis Trembley
Michel Blanc
Alexandre Muller

Hören & sehen:

Das wunderschöne I Want Your Soul
www.polar-music.com


Eintritt: 28.-/23.- (ermässigt)
Kombi-Ticket: 65.- (3-Gang-Menü + Konzert-Eintritt)