Donnerstag 17.07.2014, 20:00

Where: Hinterhof
Genre: Folk | Singer Songwriter

Der 43-jährige US-Amerikaner John Grant ist eine Art moderner Nomade. Schon während seiner Zeit als Sänger, Songwriter und Kopf der in Denver/Colorado ansässigen, dunklen Alternative Folk-Band The Czars reiste er um die Welt. Fünf Alben nahm er zwischen 1994 und 2004 mit dem Quintett auf. Über den Status hoch geschätzter Kritiker-Lieblinge kamen sie jedoch nie hinaus. Nachdem sich The Czars 2004 auflösten, kehrte Grant der Musik für einige Jahre den Rücken. Er ordnete sein deutlich vom Rock’n’Roll-Lifestyle beeinflusstes Leben neu, bekannte sich zu seiner Homosexualität und nutzte die gewonnene Freiheit, um immer wieder umzuziehen. Er lebte in New York, London, Paris und Berlin, wo er einige Zeit als Übersetzer arbeitete – er beherrscht nahezu fließend Deutsch.

Erst 2010 fand John Grant zurück zur Musik. Begleitet von der US-Indieband Midlake, nahm er sein Solodebüt „Queen Of Denmark“ auf, das weltweit für seine Tiefe, Dunkelheit und melodiöse Außergewöhnlichkeit gefeiert wurde. So erklärte das britische Mojo-Magazin das Album zum besten des Jahres und auch die Leser des Guardian wählten es in die Top 10 der Jahresbestenliste. Zahlreiche weitere Ehrungen und Preise folgten. Grants Tourneen avancierten zum Geheimtipp unter Musikkennern, denn live erlebt man einen tiefgründigen, feinsinnigen Künstler, der mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet ist.

Den Abend im Rosenfelspark eröffnet die junge französische Sängerin Joe BeL, die 1987 in Grenoble nahe der Alpen geboren wurde. Joe BeL gilt als die französische Senkrechtstarterin des New-Soul – und das bereits mit nur fünf Songs auf einer EP. Als ebenso entschlossene wie charmante Autodidaktin beschließt die junge Sängerin, ihr Studium der Kunstgeschichte und Literatur aufzugeben, um sich nur dem Schreiben und Komponieren von eben jenen Liedern zu widmen, die sie bereits während des Studiums beschäftigten und endlich aufgeschrieben werden wollten. Es geht um die Suche nach sich selbst, nach dem richtigen Sound, der Wahrheit, ihrer Wahrheit …

Ihre Songs sind eine Mischung aus Soul und Folk, tief und aufrichtig, leidenschaftlich, gravitätisch und unbeschwert zugleich – „genau wie das Leben eben“.

STIMMEN 2014 vom 15. Juli bis 3. August – das sind rund 30 Konzerte in gut drei konzentrierten Festivalwochen, die ganz im Zeichen der musikalischen Entdeckungen stehen. Mit dabei sind in diesem Jahr internationale Top-Acts wie Elton John, der sein 2013 abgesagtes STIMMEN-Konzert nun nachholt, The BossHoss, Billy Bragg, Babyshambles, John Grant, Anna Calvi und die Americana-Pioniere Calexico, die am 15. Juli das Festival mit ihrem außergewöhnlichen Westküstensound eröffnen werden.

Zu STIMMEN gehören aber auch alljährlich Neuentdeckungen aus Pop, Rock, Folk und World und dies sind 2014 zum Beispiel die Brasilianerin Flavia Coelho, die wilde Ska-Gypsie-Punk-Truppe La Caravane Passe aus Paris, die britische Blue Eyed Soul-Stimme Alice Russell oder auch die Münchner Neuentdeckung Ami Warning. Nicht zu vergessen ist Carminho, die junge portugiesische Sängerin, die als das Fado-Phänomen seit Amália Rodrigues gilt.

Im Klassik-Bereich gibt es mit der Lautten Compagney & amarcord eine besondere Produktion, die bei STIMMEN Premiere feiern wird mit „Neusidler reloaded“ – ein Programm, das einen besonderen Schatz der Renaissancemusik neu erlebbar machen wird. Mit dem Ensemble Phoenix Munich gastiert eine renommiertes Musikerkollektiv der Alten Musik bei STIMMEN und weitere Klassikkonzerte stellen herausragende Ensembles des Vokalgesangs vor, wie Vive und das Vocalconsort Berlin.

Die zweite Auflage nach dem erfolgreichen Start 2013 feiern die STIMMEN Aftershows nach den Marktplatzkonzerten im Burghof und ganz neu ist in diesem Jahr die STIMMEN-Produktion „STIMMEN on Tour“ zwischen dem 7. und 13. Juli, die mit kleinen, feinen Konzerten als Festival-Warm-Ups u. a. in Binzen, Schopfheim und Lörrach Lust auf den Konzertsommer 2014 im Dreiland machen sollen.

Bis bald bei STIMMEN 2014 – wir freuen uns auf Sie!