Freitag 04.10.2013, 23:00

Where: Basel
Genre: House | Pop | Techno

Was tun, wenn ein einmalig angedachtes Live-Projekt über seine Ambitionen hinauswächst? Einfach weitere wunderbare Konzerte spielen und irgendwann ins Studio gehen. Hört sich schlüssig und leicht an. Im Falle von Karocel war es das auch. Zur Überraschung aller sechs Bandmitglieder. Denn obwohl sich die vier Marbert Rocels, Mathias Kaden und Michael – Mitchi – Nagler aus ihrer Heimat entlang der Gera-Jena-Erfurt-Tangente schon lange kennen und die Karocel-Live-Shows überall positiv nachhallten: ein Album ist eine andere Herausforderung. Noch dazu bei gut gefüllten Tour-Kalendern und unterschiedlichen Songwriter-Gewohnheiten. Doch der Wunsch, die Zusammenarbeit zu vertiefen, war bei allen groß. Und der Spaß auf der Bühne brachte Karocel schließlich auf die beste Idee seit der Erfindung des echten Karussells. Einfach das komplette Live-Set im Studio aufbauen und loslegen. Ohne konkreten Sound im Hinterkopf. Im Herbst 2012 trafen sich alle sechs im Marbert Rocel-Studio zu drei intensiven Jam-Sessions. Mit einem Klick fing es an – nach und nach verknoteten sich immer mehr Stränge zu einem Großen und Ganzen, das direkt in das Mischpult floss und dort weitgehend unangetastet blieb. Nachträgliche Vocals oder Overdubs waren nicht nötig. Die zehn sich herauskristallisierten Perlen schillerten bereits so in ihrer Rohform, dass die unmittelbare Vielschichtigkeit eines Karocel-Auftritts nun auch im geordneten Album-Format spürbar wird. In verschiedenen dramaturgischen Bögen tänzelt “Plaited” über die Tanzfläche. Mittendrin im Gewusel Stücke wie “This One”, “Tease You”, “It’s Me” und “Undo”, an der Bar mitnickend “Vox”, “Watts”, “Boys” und “Don’t Play”, hinten auf dem Sofa küssend “Without” und auf dem Nachhauseweg “Parallels”. Wie gut, all die Stücke bald auch tatsächlich unter freiem Himmel und in der heimeligen Enge eines Clubs spüren zu können. Wie bei den Aufnahmen behielten Karocel ebenso beim Abmischen der Stücke und dem Artwork alle Fäden selbst in der Hand. “Plaited ist also ein Gesamtkunstwerk, ohne Frage.

Als Supplement gibt´s heute feines und unverfälschtes Danceflooring aus dem mit Talent beschlagenen Hause Nik Frankenberg und von der jungen aber nicht minder talentierten Gloria Bulsara.

Details

Hinterhof Bar ab 23.00 Uhr