Freitag 03.02.2012, 20:30

Where: Basel
Genre: Pop

Congaking, das ist ein Mann mit zwei Herzen in der Brust. Das eine schlägt im Takt des Deutschpop, das andere zuckt vergnügt zu Bluegrassklängen. In diesen Momenten tendiert besagter Herr dazu, sich einen Stetson aufzusetzen und HANDSOME HANK zu heissen.

Congaking, das sind feinfühlig-ironische Texte kombiniert mit “Hamburger-Schule”-Pop à la Blumfeld, Easy Listening und Chanson. Mit “Montevideo”, der zweiten CD nach dem erfolgreichen Debut “Tatsachen und Meinungen”, wird der Sound von “Congaking” allerdings eine Stufe härter: Hier werden 80er Jahre Synthies mit Indierock-Gitarren und Deutschpop kombiniert. Darunter sind ohrwurmträchtige Popsongs wie “Beatledrink”, wo über Alternativszene-Konformismus und Popgeschichtsbewusstsein sinniert wird, oder der minimalistisch-verspielte “Fendersänger”, der mit Synthiepop und verfremdeter Stimme an DAF oder Kraftwerk erinnert, um dann im zweiten Teil zum Indiekracher zu mutieren. Darunter sind sind aber auch melancholisch-verträumte Pop-Perlen wie “Mädchen aus Luft” oder “Komm rein in mein Herz”, das mit einigen wunderbaren Wortbildern die Liebe beschwört. Congaking, das sind perfekt arrangierte Popsongs mit poetisch-hintergründigen Texten und Melodien, die schlicht betören. Congaking alias Sämi Schneider tritt live zusammen mit Lukas Ritz an den Keyboards, Michael Müller am Bass und Martin R. Graf am Schlagzeug auf.

Sieben Jahre alt war er, als er vom Geld seiner Mutter im ACV um die Ecke seine erste Schallplatte kaufte. Sie war gelb, hatte orange und violette Sterne drauf und hiess “20 Golden Rock’n Roll Hits”. Sie veränderte sein Leben. Bill Haley, Chuck Berry, The Stringalongs: Sie waren der Soundtrack zu einer kurzen, sorgenfreien Jugend.

Kurz darauf entstanden seine ersten eigenen Songs. Congaking machte dann Musik in manchen Bands, zuletzt bei Schmalhans. Dann startete er seine Solokarriere.

Seine erste Platte nannte er “Tatsachen und Meinungen”. Auch seine Lieblingssendung aus den 70-er Jahren auf Fernsehen DRS, die er jeweils mit grossem Interesse verfolgte, hiess so. Sie war politisch.

Manche Lieder auf besagtem Tonträger sind etwas traurig, andere fröhlicher. Sie heissen “Trauerbart”, “Mädchen kommen immer zu spät”, “Schneemann, wo brennts?” oder “Ich will dein Rasenmäher sein”. Sie alle erzählen uns von den abertausend schillernden Farben jenes unermesslichen Gemäldes, das wir Leben nennen.

Details

Eintritt: 25.-/20.- (ermässigt)