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Genre: Concert | Electronica | Konzerttipp | Neofolk | Preview | Techno

Und wieder umschmeichelt eine Kollaboration von zwei Musikergrössen aus unterschiedlichsten Teilbereichen der Musikwelt unsere Sinne. Der australische Singer/Songwriter Ry X (u.a. The Acid) findet mit dem deutschen Produzenten/Labelbesitzer/Live-Elektronik-Musiker Frank Wiedemann (Âme, Innervisions Label) zusammen, um ein Album mit einer tiefen Wärme, hypnotischen Soundschichten und einer nicht zu vernachlässigenden Tiefe zu produzieren. Live zu bestaunen am Freitag im Hinterhof in Basel.

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Schon erstaunlich wie so ein formidables Album in heutigen Zeiten entstehen kann: Zufällig durch Freunde miteinander geskypt ohne des anderen Werk zu kennen; ein Gitarre/Gesangs-Sketch per Mail übermittelt, diesen mit einem sanften Drumbeat unterlegt als Closing-Track im Boiler-Room verwendet; deshalb von Nachfragen überrannt werden, eine erste Single Releasen, nach Anfragen unvorbereitet zusammen Live auftreten um zu merken, dass da eine magische, symbiotische Kollaboration sich am entwickeln ist. Das ganze Werk nennt sich dann als Album symbolischerweise Sacred Ground.

An diesen Titel und das dieses Album wirklich auf Sacred Ground entstanden ist, denkt man dann auch vielmals beim Hören der Platte. Die Magie der sich verwebenden Beats und Gitarrenschwaden sowie die verhallte, teils schon verwaschene Stimme lassen einen oft in einer Art entrückten, schwelgerischen Nachdenklichkeit zurück. Die vielen soundtechnischen Spielereien und die glitchigeren Parts des Albums animieren einen aber auch immer wieder genauer hinzuhören und Fokus aufzubauen. Die Vielfalt die von Ry X und Wiedemann mitgebracht wird bildet sich auch in den Stimmungen der Tracks ab. So kann man gewisse Tracks von Sacred Ground kurz nach dem Aufstehen beim Kaffee brodeln hören, wie man sich andere beim Abzotteln aus dem Club mitten in der Nacht als Soundtrack wünscht. Das klingt zwar stark nach Ambivalenz, aber die beiden Musiker haben es bei Betrachtung der Entstehung dieser Combo gar nicht nötig sich anzubiedern. Magie kann man eben nicht mit Label-Cash kaufen.

Schön auf jeden Fall mitzuerleben, dass aus etwas so zufällig entstandenem eine konkrete Sache mit tiefen Wurzeln und einer magischen Strahlkraft auch für aussenstehende entsteht. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Live-Umsetzung und ob ich von der Magie von Howling auch ein bisschen was abkriegen kann…COH.

Unterstützt werden Howling am Freitag durch Féline und Jamie Shar (beide BS)

Hinterhof Bar ab 23:00 Uhr
Howling (Monkeytown, Counter Records ) | Berlin
Féline (Bon Voyage, Viva con Agua ) | Basel
Jamie Shar (Space Trip Future) | Basel

Reinschauen&hören

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