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Genre: Festival | Konzert | Konzertreview | Neosoul | Rock'n'roll

Wearing glasses-chewing gum-having fun. Curtis Harding und seine drei Mitmusiker liefern eine abgespeckt-Version der neuen Platte Soul Power, mögen damit das Publikum aber dank dem ausdrucksstarken, souligen Gesang von Harding trotzdem aufwärmen.

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Zugegeben, etwas enttäuschend war das schon. Die ganzen schönen Mellotron und Trompetenparts fehlten dem Set und hätten ihm bestimmt etwas mehr Wärme verabreicht. Harding spielte eher reserviert, sang seine Parts mit Verve und “kätschte” mit ebensolcher sofort nach dem Singen auf seinem Kaugummi weiter. Seine voluminösen Gesangssoli verunmöglichten es ihm auch die vielen tollen Gitarrensoli zu spielen, weshalb er leider nur an der Rythmusgitarre war. Womit wir auch schon beim nächsten Stichwort wären: Rythm n’Blues.

Der aufmerksame Zuhörer hatte teilweise das Gefühl, das die Truppe da auf der Bühne etwas gar laid back war und nicht so perfekt harmonierte. Hardings Gesang machte vieles davon wieder wet, jedoch hätte man sich ab und an ein etwas aktiveres Eingreifen des Tonmischers gewünscht. Viele Möglichkeiten um einen schönen Hall auf die Stimme Hardings zu setzen wurden nicht genutzt. Das schon sehr zahlreich erschienene Publikum (vielleicht um der Hitze zu entgehen) musste sich nach nur 55 Minuten und zwei Coversongs (Ain’t no Sunshine und California Dreaming) schon zufrieden geben.

Fazit: Ein volleres Band-Setup sowie ein effektvoller eingesetzter Hall auf Hardings vielversprechenden Stimme würden dem Live-Setup viele seiner auf dem Album gezeigten Möglichkeiten bringen. Andererseits ist die Platte vielleicht einfach so genial ausgereizt instrumentiert und gemischt, das ein Live-Erlebnis in diesem Fall der LP einfach nicht das Wasser reichen kann, auch nicht am Vierwaldstättersee vor wunderschönem Luzern sowie Rigi und Pilatus… COH.