Reviews

Genre: Blues-Rock | Gospel | Neosoul | Punk | Rock'n'roll | Rockabilly

Am 17.Juli beginnt das Blue Balls Festival in Luzern. Anna Calvi wird den Reigen unterstützt von einem ganzen Orchester eröffnen. Fingerzeig wird für euch am Konzert von Curtis Harding am 21. Juli vor Ort sein. Deshalb vorab die Review zu seinem Souligen-Stratocaster-Rock-Album Soul Power.

CurtisHarding_byHediSlimane
 
Curtis Harding geboren in Michigan später musikalisch grossgeworden in Atlanta singt und ist schon seit Kindeszeiten auf Tour. Zuerst mit seiner Mutter in einem Gospelchor, später als Backing-Sänger von Cee-Lo Green (Gnarls Barkley). Zudem spielt er mit dem Sänger der Black Lips in einer Band. Diese Kombination steckt auch die Ecken für den Stil der Platte ganz gut ab gospeliger Soul der den Rockn’Roll-Schweinehund gerne als Bruder zum Spass haben möchte. Harding nennt denn seinen vielfältigen Sound auch salopp „Slop’n’Soul (Slop nennt sich das Futtermischmasch aus Resten das Schweine zum Fressen kriegen).

Genug mitgesungen dachte sich Harding wahrscheinlich und veröffentlichte sein erstes Solowerk Soul Power. Das Markenzeichen dieser Platte ist seine elektrische Stratocaster die der manchmal rauen ein andermal wieder zarten Stimme Hardings immer schön Zunder gibt und wahrlich Akzente setzt. Der rollende, smoothe Bass gibt dem ganzen einen warmen Boden um sich wahlweise einzukuscheln oder weiter auf Touren zu kommen. Das geht dann ganz gut auch vom einten auf den anderen Song. Während man z.B. beim „Song Heaven’s On The Other Side“ Soul-poppig eher eingelullt wird kommt einem „Drive My Car“ dann viel mehr von der Rockabillyesken-Art her. Aber auch Blues geht. „Castaway“ verwebt die Stratocaster zwischen den Gitarrensoli immer wieder feinmaschig mit der Mellotron Orgel und zwingt einen zum mitbluesen.

Textmässig gehts um Themen die einen jeden selbst immer wieder mal beschäftigen. Break-up-Songs („Next Time“), Verehrung der allerliebsten („Keep on Shining“) oder Tagträumen mit leicht sexuellen Hintergedanken („I Don’t Wanna Go Home“). Kennt jeder, Harding verpackts aber so im Sound das man es trotzdem immer wieder hören möchte.

Alles in allem ein gelungenes Album einzuordnen Wahlweise als Unterstützung für einen bunten Road-Trip mit viel Hüftschwung oder als Medikament gegen Liebeskummer. Die etwas flachen, sich vorallem durch Wiederholungen hervorhebenden Texte als negativ-Punkt tun der Lust das ganze Live zu sehen kein Abbruch. Hardings Showman-Qualitäten werden die Scharte hoffentlich im nu auswetzen. COH.

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