Reviews

Genre: 60ies | 70ies | Experimental-Rock | Psychedelic

Die australischen neo-psych-rocker überzeugen mit einem starken Auftritt als Kollektiv. Bewunderer von Brian Eno kamen bei ihrem Set genauso wenig zu kurz wie Freunde von schmissigen Balladen und clubbigeren Sounds.

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©Felix Grotewohl Photowork
 

Die Formation, am Start in vierer Aufstellung, wirkte von Beginn weg redselig, aufgeschlossen und sehr sympatisch. So bedankte man sich z.B. nach fast jedem Lied, für die Möglichkeit diesen “Bullshit”, wie ihn der Sänger Nick Allbrook nannte, überall auf der Welt vor Audienz aufzuführen. Das etwas spärlich gekommene Publikum hatte auf jeden Fall seine Freude daran. Vor allem die Gitarrensolis von Allbrook wirkten erhebend. Dazu noch die wilde, überdrehte, Zeitweise manisch Art, alles andere als ein Abspulen von Tonfolgen sondern absolute Spielfreude konnte man da sehen. Auch Jamie Terry an den Keys/Synths, immern mit einem Lächeln auf den Lippen und der Lockenkopf Joseph Ryan an der zweiten Gitarre passten in dieses Bild. In diese Ha(a)rmonie passte natürlich auch, dass bis auf den Herrn an den Keys alle Bandmitglieder mindestens einen Song selber sangen.

Das einstündige Set bewegte sich vorallem auf den zwei letzten Alben: Hobo Rocket (2013) und Man it Feels Like Space Again (2015). Nur schon die schiere Live-Länge der Songs von 4 bis 8 Minuten verunmöglichte es der Band tiefer in die Substanz ihres Schaffens einzutauchen. Aber ein Brian Eno Cover Namens “Baby’s On Fire” hatte dann doch seinen Platz. Ehre wem Ehre gebührt, hier das Motto. Pond als grosse Verehrer des britischen Ambiente-Pionier. Was uns zum Sound im Burghof bringt. Der Soundmix hinkte der aktiven Spielweise in nichts nach. Immer wieder griff der mischer aktiv ins Geschehen ein und spielte auch gerne mit der Balance des Sounds. Der psychedelische Effekt der Songs konnte so oft noch amplifiziert werden. Und auch die warme Akustik des Burghofs tat das ihre um die wabernden Gitarren und die dezidierten Hälle gut zur Geltung kommen zu lassen. Alles in allem ein freakiger aber sehr sympathischer Auftritt der Australier am Auftaktabend des Festivals. COH.