Reviews

Genre: Pop

goldie

Wenn man sich das erste mal an das Blue Balls Festival in Luzern begibt und man zuvor hauptsächlich immer an Openair Festivals wie auf dem Gurten war, wird man von einigen Sachen überrascht. Nicht nur das KKL, auch die Stadt zeigt sich lebendig mit verschiedenen offiziellen und inoffiziellen Bands und Bühnen, die sich rund um den See verteilen. Die Konzerte im Konzertsaal sind bestuhlt, so auch das Konzert von Goldfrapp.

Um viertel nach neun eröffnete der Moderator mit dem Satz „nun folgt ein Intro“ den Abend. Etwas verwirrt blickten die Zuschauer nun etwa zehn Minuten auf die leere Bühne während zwei Songs ab Band gespielt werden und die Band nicht auf der Bühne erschien. Als das Licht ganz erlischt ist es endlich soweit.
Goldfrapp bringt mit Songs ihres Debuts Felt Mountain und der Single Stranger von ihrem Neuling Tales Of Us eine sphärische Stimmung in den Konzertsaal. Mit Kontrabass, Geige, Piano und feinen perkussiven Akzenten wirkt das ganze sehr klassisch und poppig zugleich. Die Musik und Band bettet sich um die Stimme und Performance von Alison Goldfrapp. Sie zeigt an diesem Abend eindrücklich, dass sie schon eine längere Karriere auf der Bühne hinter sich hat. Keine Sekunde zweifelt man an ihrem können, nur die Kommunikation mit dem Publikum lässt ein wenig zu wünschen übrig. Das Set ein Bogen in Richtung ihrer Synthpop Hits. Die charaktervollen Sounds entfalten sich dank der guten Akkustik des Raums und der Soundanlage voll und ganz. Einzelne Zuschauer stehen langsam und fangen an zu tanzen und bei Train steht, tanzt und wippt das ganze Publikum. Nach Train verlässt Goldfrapp die Bühne und kehrt für drei Zugaben, als letztes ihr Hit Oh La La, nochmals zurück auf die Bühne. Ein gelungener Abend. Wer jetzt noch weiter möchte, kann sich bis vier Uhr Morgens mit Musik im Schweizerhof vergnügen oder die Akkustik Bands am See beobachten.

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