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Genre: Concert

Rasch noch auf den Social Media Kanälen die Fans über das offizielle Musikvideo zum Song Gunshot informieren und auf geht’s zum Auftritt am diesjährigen Montreux Jazz Festival! Die vielbeschäftigte und multitalentierte Schwedin Lykke Li machte vergangenen Dienstag Halt im Wallis und teilte ihre Emotionen mit dem Publikum.

Trotz Sicherheitsabstand fühlte man sich der Sängerin Lykke Li verbunden. Eingeleitet wurde die Show durch den Song I Never Learn, zu welchem die Bühne noch mysteriös leer blieb und das Publikum seine volle Aufmerksamkeit dem Intro widmen konnte. Schliesslich betrat Lykke Li samt Band – alle durch und durch in Schwarz gekleidet – die mit dunklen Schleiern geschmückte Bühne und setzte mit “Just Like A Dream” ein.

Mehrfach interagierte die talentierte Schwedin mit dem begeisterten Publikum und liess dieses an all ihren Emotionen teilhaben. Mal schwebte sie luftig locker zu Songs wie “Dance Dance Dance” und “Little Bit” über die Bühne, dann kämpfte sie während “Gunshot” und “Never Gonna Love Again” mit ihrer Trauer und ihrem Schmerz. Einen ihrer Höhepunkte bot Lykke Li mit einer zunächst sanften Version von “No Rest For The Wicked”, welche mit einer geballten Ladung Power als tanzbare, abgewandelte Version endete. Zwischendurch wurde sogar von allen Bandmitgliedern Beyoncés arabisch klingendes Intro-Gestöhne des Songs “Drunk In Love” vertont und von Lykke und ihrer Backgroundsängerin live mitgesungen. Das Publikum trauerte und lachte mit der Sängerin mit, welche sich mit ihren Liedern auf eine Gefühlsachterbahn mit vielen Winkeln, Höhen und Tiefen begab. Immer wieder packte die Zuhörer die Tanzfreude und auch Lykke Li war auf der Bühne nicht mehr zu bremsen. Viel Energie, viel Leid und viel Gefühl mündeten in eine grandiose musikalische Livedarbietung, die durchaus viel mehr zu bieten hatte, als ihren Dauercharthit I Follow Rivers. Lykke Li gab noch eine spontane musikalische Zugabe in ihrer Muttersprache Schwedisch, mit welcher sie sich samt Whiskeyglas in der Hand beim Publikum für das zahlreiche Erscheinen und Mitfiebern bedankte! Mal betucht mit einem Schwarzen Umhang, dann in einem samtigen Schwarzen Shirt harmonierte die Sängerin auch optisch mit ihren Bandmitgliedern, die allesamt eine glorreiche musikalische Leistung vollbrachten! Würde man die Musik von Lykke Li als einen Ort bechreiben, so wäre dies wohlmöglich ein dunkler nordischer Nadelwald, in welchem auf feenhafte magische Lichtungen immer wieder dunkle, wild wuchernde Waldabschnitte folgen und sich triste Sackgassen mit hoffnungsvollen Aussichtsmöglichkeiten paaren. (Ana Brankovic)

Lykke Li zaubert aus einer Autowerbung ein Kunstwerk

Ihr Song No One Ever Loved ist auf dem Soundtrack zu The Fault In Our Stars zu hören

© Foto: Daniel Balmat