Reviews

Genre: Festival | Hip Hop

Der letzte Tag splash! nahte für Fingerzeig und unsere Redaktoren befanden sich im Nullfeld von Aftershowpartykater, Last Minute Gewittern und sternhagelvollen Teenies am Fotograben. Zeit also den Finger noch einmal aus der Nase zu ziehen und durchzuhalten, bis der Staract Outkast die Bühne lobpreisen sollte. (NFA & GPA)

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Beginnen sollte am frühen Abend, der seit dieser Woche bei Kollegahs Selfmade Records gesignte Künstler Karate Andi. Andi, den man noch aus Zeiten von “Rap am Mittwoch” kennt, performte Tracks aus seinem kürzlich releasten Album “Pilsator Platin”. Wenig später folgten die Witten Untouchables. Die Supergroup um Lakman One, stürmte knapp nach sechs die Samoa Stage des splash! und vergab im Nuh Props an eine Frankfurter Legende. Merchandise-technisch setzten die Wittner diesmal alles auf ein b/w Azad T-Shirt. Was diese Huldigung genau zu bedeuten hat und ob man sie auf dem anstehenden Album des Bozz hören kann, wurde leider nicht bekannt.

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Ab halb neun gehörten die Bühnen schliesslich internationalen, sowie nationalen Schwergewichten! Kollegah und A$AP Ferg versetzten das Festivalgelände nahezu in Ekstase. Kollegah der mit der Bossaura so gut wie jeden Teenager in seinen Bann zog, überzeugte nicht nur durch die Show, sondern auch mit einer riesigen Posse von Sicherheitskräften und Homies auf der Bühne. Kollegah besass auf jeden Fall eine der aktivsten und textsichersten Crowds auf diesem Festival. Eine gefühlte Bierpause später spielten auch schon Prinz Pi und Yelawolf. Prinz Pi, der gewollt auf mehr Hip-Hop statt Pop in seiner Show setzten wollte, hatte mit herben Mikrofonproblemen am Anfang zu kämpfen. Später löste sich jedoch der Knoten und der brechend volle Platz vor der Snipes Bühne beflügelte Pi zum wortwörtlichen Abrocken!

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Um halb zwölf und Dutzende von Graden kühler geschah es endlich! Die Snipes Vulcano Mainstage gab die ersten leisen southernplaylsticadillacmuzik-Sounds von sich. Ein Traum erfüllte sich 13 Jahre nach “Stankonia” und 18 Jahre nach “ATliens”. Big Boy und Andre3000 betraten die Bühne und wirkten fresh wie nie. Quasi als hätten sie gestern noch in der Booth, Klassiker wie “Ms.Jackson” und “So fresh, so clean”, recordet. Andre der genau so bunt und schrill aussah wie vor Jahren, bekam mit der Unterstützung von Sleepy Brown eine eigene kleine Show in der Show und performte seine Klassiker aus dem Album “Speakerboxxx/The Love Below”. Als die Fluchtlichter des Festivals für kurze Zeit das Publikum bestrahlten, sah man die Tausenden von Menschen, die Zeuge des Outkast Auftritts werden wollten. Ein überwältigendes Bild bot sich einem. Obwohl anderthalb Stunden gespielt wurde, hätte man diesem genialen Duo gerne ein “Zugabe” zugebrüllt! Big up yourself, ein geniales Festival. Danke an das splash! 2014, das Team und alle Künstler.

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