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Genre: Festival | Hip Hop

Splish splash! Auch der zweite Tag des Festivals begann mit warmen Regengüssen
und Wind. Doch die nass-windige Unterbrechung sollte nicht lange anhalten. (NFA & GPA)

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Pünktlich zu SSIOs Konzert riss der Himmel wieder auf und die Kopfnicker pilgerten
samt mentalem Nackenschutz zur Relentless Samoa Stage am Ufer der Ferropolis-
Halbinsel. Die „dibicke Bubimserei“ konnte also starten.
Rap ist tot? Auf keinen Fall! Vor allem die deutschsprachigen Acts scheinen hier die
meisten Besucher anzulocken. Während sich die Hip-Hop Heads beim Deutschrapper
SSIO bis in die Sträucher drängten, waren beim Auftritt des Amerikaners Chance the
Rapper gerade mal die vordersten zehn Reihen gefüllt. Deutschrap gibt definitiv den
Takt auf dem splash! an.

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Nun, da das ganze Festivalgelände eröffnet war, tummelten sich die Besucher vor den
Bühnen, an den Fressständen und den V.I.P. Bereichen. Wer sich nicht gerne in grossen
Menschenmengen aufhält ist hier falsch. Auch dieses Jahr ist das splash! wieder
komplett ausverkauft und laut einer Festivalbesucherin aus Hamburg noch besser
besucht wie im vergangenen Jahr.

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Während ARTE mit der Liveübertragung des Festivals begann, blieben viele der
Besucher auf den Betontreppen nahe der Mainstage sitzen und verfolgten das
Geschehen aus der Ferne.

Das änderte sich jedoch als Ab-Soul mit seinem Backup Dope Burger die Bühne um halb
neun betrat. Der TDE Artist performte über eine Stunde Songs aus seinem neusten
Album, samt der grossen Hits mit seinen Camp Kollegen Kendrick Lamar und Schoolboy
Q. Liveshow und Publikum zeigten hier auch, dass Ab-Soul der nächste grosse Wurf nach
Kendrick und Q sein wird.

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Nach einer kurzen Pause bahnte sich der nächste internationale Act für den Abend an.
Die Zeichen standen auf M zum I zum A! M.I.A. betrat knapp nach zehn die Mainstage
und brachte zum Rockysample drei ihrer Tänzer mit.

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Durchgeknallt, bunt, progressiv, exotisch, Electrorap, Gold und eine überragende
Bühnenshow sind ein paar Schlagworte die man in den Raum werfen könnte. Das Ende
ihres Auftritts verwandelte eine mindestens dreissig köpfige Entourage in eine riesige
Tanzshow, begleitet von Paper Planes. Diese Frau ist ein absolutes Must See!

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Schade, dass Fünf Sterne Deluxe zeitgleich zu M.I.A. ihren Auftritt absolvierten. Denn
auch die „Nordisch by Nature“ Jungs wussten dem Publikum gehörig einzuheizen! Damit
waren sie nach dem Surprise Act Samy Deluxe eine der tragenden Säulen der deutschen
Oldschool Fraktion.

Es wurde dunkel in Ferropolis und die Jungs von K.I.Z. machten sich bereit um einen
letzten Grossangriff auf die Gehörgänge zu starten. Im kunterbunten Haus des Abends
fehlte also nur noch ein weiterer Anheizer. Schoolboy Q startete seinen verbalen Drive-
By um halb zwölf unter den Dächern der Desperado Stage und die Heads bejubelten ihn.

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Energiegeladen oder stoned liess er die Boxen nahezu bersten und feierte sich und den
Lifestyle aus Compton anno 2014. Der in Wiesbaden geborene Q, wünschte sich nicht
nur ein paar mehr „single bitchtes“ auf dem splash!, sondern auch einen Sieg der
deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien. Die Stimmung explodierte spätestens
im Anschluss seiner illustren Worte und schoss mit den Brettern „Gangsta“, sowie
„Hands on the wheel“ senkrecht durch die Plane des Zelts. Ohne Übertreibung, der
krasseste Auftritt unter den Kränen von Ferropolis! Bisher.

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