Reviews

Genre: Electronica | Psychedelic | Synth Pop

Jagwar Ma aus Australien touren seit ihrem ersten Album Howlin durch die Welt und ernten viel Anerkennung mit ihrer vielversprechenden Mischung zwischen Psychedelic und Electronica. An der Bad Bonn Kilbi hatten wir die Möglichkeit ein Gespräch mit ihnen zu führen.
 

FZ: Wie war eure allererste Festivalerfahrung?

Jono Ma: Meine Erste Festivalerfahrung war unglaublich. Ich hatte einen älteren Bruder der sehr musikbegeistert war.  Ich war sehr beeindruckt von ihm und mochte alles was er auch mochte. Seine Lieblingsbands waren Nirvana, Sonic Youth und die Beastie Boys.  An Neujahr war in Sydney ein riesiges Festival namens Summersault; Kurt Cobain war schon tot und Foo Fighters spielte, was Nirvana am nächsten kommt. Sonic Youth, the Beastie Boys, the Breeders, Pavement, Beck und viele andere grosse Künstler haben dort gespielt. Ich war noch zu Jung um dorthin zu gehen und stürmte bei meinen Eltern. Schlussendlich musste ich mit ihnen zusammen gehen, worüber ich im Nachhinein sehr dankbar bin. All meine Freunde konnten mit mir dorthin weil meine Eltern auf uns aufgepasst haben.

Jack Freeman: Ich war am Shoreshocked Festival im Norden von Sydney. Es ist nicht wirklich ein gutes Festival, aber es ist so eine Sache, die man als Junger Mensch in Sydney erlebt. Mein erstes grosses Festival war das Big Day Out. Iggy Pop, Subways und The White Stripes haben dort gespielt.

Jono: Und der Boiler Room am Big Day Out?

Jack: Der war vollgepackt mit Leuten. Ich habe versucht hineinzugehen.

Jono: Ich war drin! Aphex Twin hat gespielt und ich rollte auf dem Boden umher wie ein sterbender Stier.

Jack: Schau, Jono hat uns eine richtig gute Festivalstory erzählt und ich eine schlechte und er fügt sich positiv in meine Geschichte ein.

Jon: (lacht) Ich war wirklich dort. Aphex Twin spielte und ich rannte wild umher wie ein Stier.

FZ: Wie ist eure Kollaboration zu Stande gekommen?

Jon: Wir haben alle in Bands gespielt. Die Szene ist sehr klein und wenn du in einer Gruppe bist die gut spielt, lernst du auch andere kennen. Die Bands haben ihre Höhen und Tiefen wie bei einer Sinus Kurve. Bei unseren Projekten war gerade ein Tiefpunkt. So starteten wir Jagwar Ma als Nebenprojekt.

FZ:  Wie nehmt ihr das Album auf?

Jon: Ich produziere das Album, da ich einen solchen Hintergrund habe. Gabriel und ich schreiben die Songs aber zusammen und Jack wirft noch ein bisschen Magie und Vibe rein.

FZ: Welchen Job würdest du tun, wenn du nicht Musik spielen könntest?

Jon: Ich wäre ein Filmemacher. Das habe ich studiert. Der Studiengang hiess „Media Arts Production, Arts and Communication“; ein Theorie basierter Studiengang, in welchem ich viele Kurse in Richtung Film gemacht haben. Auch Sounddesign und Soundtrack. Im Bereich Soundtrack habe ich nach dem Studium einen Job bekommen und habe so viel über Musikproduktion gelernt.

Jack: Ich habe immer gedacht, dass ich in einem Newspapermagazin arbeiten werde. Als Teenager bearbeitete ich ein politisches online Magazin. Musikjournalismus mochte ich überhaupt nicht, da ich das Böse in allem sah als Editor, was ziemlich komisch war, da ich ja Musik liebe. Ein Typ, mit dem ich zusammen lebe arbeitet bei ein paar sehr grossen Zeitschriften in London für die Wirtschaftsseiten. Am morgen geht er mit einem lächeln und am Abend sieht er dann alles andere als glücklich aus.

FZ: Habt ihr eine Message in eurer Musik?

Jack: Ich denke wenn wir eine Message haben, dann wahrscheinlich abstrakt. Wir wollen die Sachen nicht zu offensichtlich machen.

Jon: Es ist wie in der Kunst. Wenn ein Bild total „wörtlich“ ist, wo ist der Spass daran es anzusehen? Unsere Musik ist eine Mischung von Ästhetik und Instinkt. Wir schauen, dass wir nicht zu viel über Sachen nachdenken. Vielleicht ist die Message einfach Spass zu haben, weil wir uns gefragt haben: Macht es Spass das Lied zu hören? Macht es Spass das Lied zu spielen? Falls ja, machen wir es!

Jack: Ich habe immer zwei Werke im Kopf. „War Is Over“ von John Lenon und  Yoko Ono und das andere ist das Bild „Garnica“ von Picasso. Es sind beides Antikrieg Statements, aber sehr verschieden. Bei Picasso hat man viel mehr Spielraum für Interpretationen, während man bei John und Yoko wegen den Wörtern viel stärker gebunden ist.

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