Reviews

Genre: Ambient | Electronica | Funk



Nicolas Jaar ein durchtriebener Chilenischer mittzwanziger hat nach einigen Soloprojekten mit dem Multiinstrumentalist Dave Harrington zusammengespannt und auf Anhieb einen wahren Koloss der elektronischen Musik geschaffen.

Jaar, der Literatur an der Brown in den USA studierte und sich schon sein eigenes Label erarbeitet hat, ist bereits mit seinem Solo-Debutalbum Space Is Only Noise der Musikgemeinschaft aufgefallen, doch was er nun mit Harrington unter dem Namen Darkside ertüfftelt hat, konnte niemand erwarten. Das Debut der Darkside-Kollaboration heisst Psychic und behält das Ruhige und Verschrobene von Space Is Only Noise, doch über diesem wabernden Klangteppich setzt diesmal Harringtons funkige Gitarre Akzente, die diesem Album wahre Grösse verleihen und es zu einem der besten des bisherigen Jahres macht.
Die kolossale Idee eine Mischung von Ambient, Funk und Electronica zu generieren geht im Darkside-Debut vollends auf und schafft dem Hörer eine Klangwelt in der er mit stampfenden Bässen und tanzbaren Funk-Licks konfrontiert wird. Gleichzeitig muss sich der Hörer aber auch immer wieder einem zusehends zerbröckelndem Beat und einer bedrohlich werdenden Atmosphäre stellen. Diese nicht einfache Kombination scheint nur vordergründig schwierig, denn sobald man einmal die Musik hört, scheinen all diese Dinge einfach neben- und miteinander zu existieren als sei dies das normalste der Welt.

Zum Schluss seien noch zwei Bemerkungen bzw. Empfehlungen zu machen. Wer Daft Punks neues Album rauf und runter gehört hat, dem ist definitiv Psychic zu empfehlen. Wer nun auch Psychic für gut befunden hat, dem ist wiederum Daftsides Random Access Memories Memories zu empfehlen. Jaar und Harrington haben nämlich während den Aufnahmen zu ihrem Darkside-Debut, die Platte von Daft Punk in die Finger bekommen und waren derart begeistert, dass sie gleich die ganze Platte unter dem Pseudonym Daftside geremixt haben. (YSC)