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Genre: Alternative | Hip Hop | Rap

Daniel Bachmann aka SKOR hat im vergangenen Juni sein erstes und sehr intimes Solo-Album „Und Nachteil“ veröffentlicht. Seither zählt der Zürcher welcher bisher für sein Mittun bei der Hip-Hop Combo Temple of Speed oder als Türsteher des Gonzo Clubs an der Langstrasse bekannt war, zur Speerspitze des Schweizer Mundart Raps.

Durch die Genre-untypische Lyrik, die man von einem wie SKOR, der sich selbst gerne auch als Strassenrapper bezeichnete, so nicht erwartet hätte, sowie des ebenfalls Hip-Hop-linienuntreuen Sounddesigns, gelingt dem Zürcher mit seinem ersten Album etwas, was in den letzten Monaten einem gewissen Casper bereits gelungen ist – SKOR gefällt auch jenseits der Hip-Hop-Szene, ohne dabei in die Musikantenstadl-Trickkiste greifen zu müssen.

Folklore wird als Stilmittel von SKOR zwar auch eingesetzt – bspw. im neusten Video zum Song „I de Schwiiz“, wo SKOR die in Schieflage geratene Demokratie, den zügellosen Kapitalismus oder die ziellose Jugend thematisiert – jedoch dient ihm hier die traditionelle Schweiz in Form der Appenzeller Silvesterkläuse als Kontrastmittel zum urbanen Lebensumfeld des Rappers und nicht als verkaufsförderndes Marketingkonzept.

Dass sich SKOR aus der stereotypen Hip-Hop-Welt des Strassen-Raps lossagt, zeigen auch seine Konzertauftritte, wo er nicht mit DJ sondern mit Band oder auch mal nur von einer akustischen Gitarre begleitet wird. Zu bewundern gibt es seine Darbietung am kommenden Mittwoch an der Wohnzimmermusik #5 in der Lady Bar. (doh)