Reviews

Genre: Monatsrückblick

Der Monat September ist schon zu Ende und somit ist es Zeit für den musikalischen Monatsrückblick. Die Fingerzeig Musikredaktion wartet wieder mit drei wunderbaren Alben auf und probiert den Lesern den nicht mehr abwendbaren Herbst ein bisschen zu versüssen.

Agnes Obel
Die wunderschöne Pianistin aus Kopenhagen, die mit vollem Namen Agnes Caroline Thaarup Obel heisst, hat mit Aventine ihr zweites Album nach dem sehr erfolgreichen Debutalbum Philharmonics herausgegeben. Die Singer/Songwriterin macht was sie am besten kann, setzt sich ans Piano, spielt uns wunderschön harmonische Melodien in die man sich leicht verlieben kann und haucht dazu mit ihrer schon fast etwas rauchigen Stimme die Lyrics darüber. Wer die sirenenhafte Schönheit live sehen möchte, hat Glück und kann dies tun am 10. November im Kaufleuten in Zürich. Dieses Konzert ist bereits das Zweite, da ihr Auftritt einen Tag vorher ebenfalls im Kaufleuten so schnell ausverkauft war, dass sie sich bereit erklärte noch ein Zusatzkonzert zu geben.

King Krule
Der 19-jährige Jungspund hat mit Zoo Kid, DJ JD Sports und Edgar The Beatmaker schon mehr Pseudonyme verbraucht als andere in ihrer ganzen Karriere. Doch nun hat der mit bürgerlichem Namen heissende Archie Samuel Marshall mit King Krule seine Ruhe gefunden – vorerst jedenfalls. Unter King Krule veröffentlicht er sein Debutalbum 6 Feet Beneath the Moon und wird gleich mal über den Mond gehypt. Zurecht? Zurecht, denn der Jüngling hat ein wahnsinniges Potential, dessen Ende wahrscheinlich noch niemand abschätzen kann. Marshall hat eine absolut einzigartige Stimme und kann Lieder wie “Easy, Easy“ mit nicht viel mehr als seinem Gesang und wenigen Tönen seiner Gitarre voll und ganz zum Leben erwecken, so dass nie das Gefühl von Langeweile oder Eintönigkeit aufkommt. Man wünscht dem jungen Mann alles Gute und hofft auf eine erfreuliche Entwicklung.

Thees Uhlmann
Zum Abschluss des musikalischen Monatsrückblicks vom September stellen wir noch den Zweitling eines alten Bekannten und mittlerweile auch schon alten Hasen – Thees Uhlmann – vor. Das einzige noch übriggebliebene Gründungsmitglied von Tomte, das nun schon geraume Zeit Solo unterwegs ist, hat mit dem sehr pragmatischen Titel #2 sein zweites Studioalbum herausgegeben. Der Hamburger spielt wie immer süffigen Gitarren-Pop, der immer und überall gehört werden kann. Das Album versüsst einem sicherlich den Herbst und passt mit dem Opener “Zugvögel“ hervorragend in die kälter und grauer werdende Jahreszeit. (YSC)