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Genre: Alternative | Indie | Rock

Nach dem ersten Album Ameritown, welches damals noch unter Geffen Records veröffentlicht wurde, haben Greg Lyons (Drums), Melissa Dougherty (Bass) und Sänger Joshua Ostrander die Zügel selbst in die Hand genommen, um “Speak Ahh” im Alleingang aufzunehmen und zu produzieren. Die Eigenproduktion wurde damit schwermütiger und düsterer, aber auch offener und verspielter. Auf jeden Fall dynamischer und interessanter als das vom Major Label produzierte Debüt Ameritown.
Joshua Ostranders melancholische Stimmbögen spannen sich in jedem der 12 Songs bis kurz zur Überdehnung. So enstehen mit breiten Gitarrenwänden oder beinahe stillstehenden Synthesizern spannende Stücke, die an Radiohead, Kashmir und an die Kings of Leon reichen.

Der Opener Attica beginnt wie ein schnellerer Bob Dylan und zeigt die verspielte Seite der Band. Wilde Trommelwirbel und Gitarrensoli, bis  das Stück in sich zusammenbricht, um sich unter sphärischen Klängen zum Grand Finale erneut aufzutürmen. Bei Hell or High Water erinnert die leicht leidende Stimme Joshuas stark an David Grey – gleichermassen zurückhaltend, gleichermassen brillant. Dann gehen die ersten Sturmwarnungen raus. “I hear it coming and it sounds like a hurricane”, singt Ostrander. Die Basslinie sitzt, der treibende Beat passt und zusammen mit Claps und Shakern empfiehlt sich spätestens beim Einsetzen der Gitarren, die Fenster mit Brettern zu vernageln. Die Ruhe vor dem Sturm ist folglich bei ECC mit Patience auch die Ruhe nach dem Sturm, wenn mit sphärischen Klängen und Piano aufgeräumt wird. Doch auch hier lässt es  das Trio nicht dabei, ohne Ausbruch abzuschliessen. Dann sind sie da, die typischen Kings-of-Leon-Gitarren und der typische Chorgesang. Mit How Long verpassen ECC ihrer Version des Stadionrocks mit  viel Gespür für abwechslungsreiche Melodien den nötigen Biss, den Kings die Stirn zu bieten.

Schwächen sucht man bei The Eastern Conference Champions vergebens und so steigert sich Speak Ahh ab Mitte des Albums nochmals. Mit Oftkiller erklingen aus dem Nichts Trompeten, die sich mit schepperndem Schlagzeug vereinen. Gewaltige Arrangements enden in elegant-ruhigen Gesangparts. Dass Joshua Ostrander bestimmt schon von einer Band namens Radiohead vernommen hat, lässt sich bei Sunshine vermuten. So setzt er seine wandelbare Stimme in Hoch und Tieftönen gekonnt zwischen Paukenschläge und die Backing Vocals seiner Bandkollegen.

Ganz zum Schluss der Hit: Mit A Million Miles an Hour setzte sich ECC unter rund 400 Mitbewerbern für den Soundtrack zu Twillight Eclipse durch.  Wunderbar geht es rauf und runter, die Baseline mitsamt den hallend schreienden Gitarren und immer wieder der beinahe Stillstand, bevor der zurückgelassene Bass wieder von den Instrumenten überrollt wird. Ganz grosses Kino, ohne nackte Oberkörper und talentfreie Jungschauspieler. (tob)

Discography

2006 The Southampton Collection EP
2007 Home Away EP
2007 Ameritown
2009 Santa Fe EP
2010 Twillight Eclipse Soundtrack
2010 Akustiks
2011 Speak- Ahh

Tracks – Speak Ahh

1 Attica / 2 Hell Or High Water / 3 Hurricane / 4 Bull In The Wind / 5 Patience / 6 How Long / 7 Offkilter / 8 Sunshine / 9 Atlas / 10 Where From Here / 11 A Million Miles An Hour