Reviews

Genre: Electro | Pop

Die drei Engländer von Friendly Fires haben für ihr gleichnamiges Debüt-Album vor zwei Jahren viel Kritikerlob erhalten und spielten sich vor allem mit Live-Auftritten schnell in die Herzen vieler Indie-Pop-Fans.  Als Dance-Pophoffnung Englands gehandelt und mit den Songs “Jump in the Pool” und “Skeleton Boy” wirbelten die Jungs kurz darauf auch bei MTV zu den begehrtesten Ausstrahlungszeiten über die Mattscheibe. Für das neue Album “Pala” zog sich die Band laut eigenen Aussagen komplett aus der Zivilisation zurück. Die meisten Tracks entstanden in Hütten mitten im Nirgendwo Frankreichs und in Südengland. Einsamkeit und Isolation passt eigentlich so gar nicht  zum Sound der Engländer, aber vielleicht wollten die Jungs nur ihre innere Ruhe wieder finden, bevor sie ein weiteres Mal ihre euphorisch-gut gelaunten Pophits auf den Tanzbühnen dieser Welt zelebrieren dürfen. Jedenfalls scheinen die Produktionsbedingungen dem verspielten Indie-Pop Sound in keinster Weise geschadet zu haben, vielleicht hätte der neuen Platte aber gerade ein bisschen Melancholie und Einsamkeit gut getan. Wie erwähnt, ist Pala zum Vorgängeralbum erneut vollgepackt mit eingängigen und mitreissenden Popsongs, welche zwar die Tanzfläche bis spät in die Nacht zu füllen, jedoch agesehen davon mit wenig Neuem überraschen. Keine Frage, kraftvolle Rhythmen und schillernde Synthesizer wirbeln in freundlicher Manier immer noch verspielt auf und ab, springen von einen Ohr ins andere, während Ed McFarlane seine Lyrics feucht fröhlich, beinahe hypnotisch zum Hörer transportiert. Der sexy Beat in “Show Me Lights” und der vergrabene 90er Keyboard-House-Touch in “True Love” sind hier auch wieder Anwärter auf den Tanzpokal und damit auch gleichzeitig unsere Track-Empfehlung auf der Scheibe.

Alles schön und gut, jedoch hätte gerade etwas mehr Tiefe und Mut zu neueren Klängen noch mehr gefallen. Vielleicht ab und an mal ein Stilbruch oder etwas mehr Trash hätte beim einen oder anderen Song sicher nicht geschadet. So bleibt Pala für uns zwar ein würdiger Nachfolger des Erstlings, der jedoch und vor allem wegen seiner Ähnlichkeit zum Debüt-Album, einige Punkte abgezogen bekommt. (dib)

Discography

2009 Friendly Fires
2011 Pala

Tracks – Pala

1 Live Those Days Tonight  /  2 Blue Cassette  /  3 Running Away  /  4. Hawaiian Air / 5 Hurting / 6 Pala  /  7 Show Me Lights /  8 True Love / 9 Pull Me Back To Earth /  10 Chimes /  11 Helpless