by kultsurfer

Kolumne

Eigentlich bin ich froh, dass unsere Baslerin Anna Rossinelli diese verlogene politische gegenseitige Euroarschleckerei am Samstag vor einer Woche in Düsseldorf verloren hat. Auch wenn dies wahrscheinlich nur daran lag, dass ganz einfach kein anderes Land darauf angewiesen war, der Schweiz Honig um den Mund zu schmieren, um es ein bisschen schöner auszudrücken. Wir sind auch so nett zu unseren Nachbarn und dem Rest Europas, Honig-Leckereien sind bei uns nicht nötig.

Erleichtert um den letzten Platz bin ich darum, weil Erfolg ja bekanntlich zu Kopf steigt, so wie er auch der letzten Eurovision Gewinnerin Lena Meyer-Landrut regelrecht in den Hirnkasten katapultiert ist. Ich weiss, von wo soll ich das wissen, die scheint doch süss und nett zu sein? Glaubt mir, dieser Schein trügt, wie bekanntlich ja so oft. Natürlich war auch ich am Anfang von Ihr angetan. Ihr Gesicht, ihr Körper, ihre Ausstrahlung grundsätzlich und auch ihr Gesang gefiel mir, auch wenn der Umfang ihrer Tonlage dem eines Staubsaugers gleich kommt. Zusammengefasst, ich hätte sie auf Facebook sofort akzeptiert, den „I like“ Button vierzig Mal gedrückt und sie ab und zu auch angepoket. Für alle die, denen Facebook kein Begriff ist, poken hat nichts mit ficken zu tun.

Nun, wieso komme ich also zu dieser Aussage betreffend Lena? Es ist so: Vielleicht kennt Ihr den Moderatoren Frank Elstner. Dem guten Frank haben wir es zu verdanken, dass Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker uns sechs bis sieben Mal im Jahr die verrücktesten („verrückt“ heisst übrigens nicht automatisch gut) Wetten präsentieren. Frank Elstner hat nämlich die Sendung „Wetten dass“ geschaffen und moderierte sie von 1981 bis 1987 gleich selbst. Die Show avancierte zur erfolgreichsten und beliebtesten im deutschen Fernsehen. Dieser Mann hat also die Welt der deutschensprachigen Unterhaltungsshows und damit das deutsche Fernsehen erheblich geprägt. Und nun taucht aus dem Nichts diese 20-jährige Zicke mit Namen Lena auf, welche gerade mal eben vor einem Jahr diesen ach so bedeutenden Eurovision Song Contest mit dem Lied Satellite für Deutschland gewonnen hat. Nicht, dass dies keine Leistung wäre, sie hat das ganz gut hingebracht aber ein Vergleich mit Frank Elstner wäre wie, wenn ich den Basler Gummitwist Wettbewerb gewinnen würde und mich als die grösste Konkurrenz zu Roger Federer für den Titel Weltsportler des Jahres sehen würde. Diese Lena wurde nun im Vorfeld des Eurovision Contest von Frank Elstner interviewt und genau dieses Interview hat mir bestätigt, dass man diese Dame von der Bühne befördern sollte. Dumme Kuh, dauernd hat sie Frank korrigiert und dies auf eine so zickige Weise, dass ich für einen richtig harten Kinnhagen von Seiten Franks vollstes Verständnis gehabt hätte. Ein Beispiel: Als Frank meinte, dass die Halle, in der der Contest stattfinden würde, ja eigentlich ein Fussballstadion gewesen sei, meinte sie schnippig, dass es ja immer noch ein Fussballstadion ist. Nein nein nein ist es nicht mehr, es wurde zu einer Halle mit Bühne umgebaut oder hast Du faules Stück Holz letzten Samstag irgendwo einen Fussballer auf dem Rasen herumspringen sehn oder vielleicht sogar einen Schiedsrichter pfeifen gehört? Und solche Bemerkungen wie diese kamen nach fast jeder Ausführung von Frank Elstner. Und als er sich von den Fernsehzuschauern am Ende des Beitrages verabschiedete, stand sie ganz frech neben ihm und verdrehte die Augen. Er hätte ihr in diesem Moment den endgültigen KO-Schlag mit Hilfe eines Chuck-Norris-Roundhousekicks geben müssen, den hätte er sicher drauf gehabt.

Und so glaube ich, dass eine solche Erfolgskatapultation in den Kopf, welche Frauen hin und wieder zu Zicken werden lässt und Männer ab und zu zu Schliessmuskeln, bei Anna Rossinelli auf Grund des letzten Platzes noch nicht stattgefunden hat. Nächstes Jahr möchte ich übrigens für die Schweiz in Aserbaidschan singen, „wetten dass“ ich besser abschneiden werde als Anna?

Interview

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